Strategien gegen Stresser

Strategien gegen Stresser

Für jede Nervensäge gibt es eine „Kampftechnik“. Hier findest du Strategien, die dir und deinem Hund helfen, schwierige Situationen souverän zu meistern und wirklich ROYAL durchs Leben zu gehen, was auch auf euch zukommt!
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Lieber Mensch, je mehr Strategien wir gemeinsam lernen, desto mehr Herausforderungen können wir meistern!

Generell ist wichtig: Jede Strategie wird erst live getestet, wenn der jeweilige Checkpoint erreicht ist!

Für jede Strategie wirst du folgende Informationen finden:

  1. Geeignete Situationen
  2. Ziel
  3. Übungsaufbau
  4. Checkpoint
  5. Testläufe
  6. Tipps für den Start ins richtige Lebe

 

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Diese Strategie ist sicher die Anstrengendste, aber auch die Nachhaltigste und für fast jeden Reiz geeignet, der deinen Hund seine Coolness kosten könnte.

Für jeden Reiz muss die Strategie neu gelernt werden. Allerdings wird es auch bei jedem neuen Reiz leichter.

Ziel:

Du verbindest den Anblick deines Stress-Auslösers für deinen Hund mit einem Leckerchen, so dass er ein Auslöser für positive Gefühle wird.

Übungsaufbau:

Der Übungs-Aufbau ist schnell erklärt, aber es erfordert viele Trainingsdurchgänge, damit alles reibungslos klappt.

Wenn der Stress-Auslöser deines Hundes in der Ferne in Sicht kommt (also noch nicht nah ist!), gibt es ein tolles Leckerchen. Solange er sich noch ehrlich über Leckerchen freuen kann und nicht einfach nur hektisch danach schnappt, bekommt er eines nach dem anderen. Wenn der Stress-Auslöser näher kommt und er hektisch wirst, versucht ihr einfach nur zügig daran vorbeizukommen.

Mit der Zeit werdet ihr immer näher an deinen Stress-Auslöser herankommen, bevor dein Hund hektisch wird. Aber es wird viele Übungsläufe bruachen, bis er sich nicht mehr aufregt und nur noch auf die Leckerchen achtet.

Checkpoint:

Wenn dein Hund den Auslöser sieht und als erstes zu dir geht, um sich ein Leckerchen abzuholen, habt ihr es geschafft und euer Ziel erreicht.

Testläufe:

Jeder Kontakt ist ein Übungslauf – Testläufe braucht ihr bei dieser Stratiegie nicht.

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Diese Strategie verlangt viel Ausdauer und das Training kann unter Umständen sehr lange dauern. Lasst euch nicht entmutigen und haltet durch. Dafür ist es die Nachhaltigste Lösung um langfristig in stressigen Situationen cool zu bleiben.

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Die Beruhigungs-Nahrung ist nicht für spezielle Situationen gedacht, sondern für allgemeine Entspannung.

Ziel:

Dein Hund soll dadurch eine entspanntere Grundhaltung erreichen und so weniger hektisch auf Reize reagieren.

Übungsaufbau:

Spezielle Übungen muss du mit deinem Hund nicht machen. Allerdings kann das Training anderer Strategien ihm unter der Beruhigungs-Nahrung möglicherweise leichter fallen.

Hier möchten wir zwei Beispiele für beruhigende Nahrungsmittel nennen. Vielleicht findet ihr aber auch noch andere.

Reletiv bekannt sind die sogenannten Rescue-Tropfen, die es für Hunde auch in Tablettenform gibt. Sie sollten zeitnah vor dem Zusammentreffen mit dem Stress-Auslöser eingenommen werden. Du solltest darauf achten, dass kein Alkohol in den Tropfen ist.

Weniger bekannt ist „hydrolysiertes Fischprotein“. Dabei handelt es sich um Eiweiß aus Fisch, das speziell behandelt wurde. Dieses ist manchen Futtersorten beigefügt und muss über einige Wochen eingenommen werden, bevor es wirkt. Der Kot deines Hundes könnte davon nach Fisch riechen.

Checkpoint:

Bei der Beruhigungs-Nahrung kommt es ganz allein auf euer Gefühl an. Wenn dein Hund sich damit entspannter verhält, ist der Erfolg bestätigt.

Testläufe:

Probiert erst zu Hause in Ruhe aus, wie dein Hund sich mit der Beruhigungs-Nahrung fühlt. Wenn er sich zu Hause in Ruhe damit gut fühlt, könnt ihr es auch  ausprobieren, wenn ihn etwas stresst. Besucher zu Hause, andere Hunde draußen oder andere Stress-Auslöser kommen dafür in Frage.

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Probieren geht über Studieren! 

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Orte, an denen sich dein Hund unsicher fühlt, aber eine Weile aushalten muss (zum Beispiel volle Räume, Tierarzt-Wartezimmer,…)

Ziel:

Dein Hund weiß, dass er sich an einen Ort zurückziehen kann und ihm dort nichts passiert

Übungsaufbau:

Ihr übt zuerst zu Hause. Als Material ist eine spezielle Decke, eine gemütliche Hundebox oder ein Kinder-Wurfzelt geeignet. Etwas, das deinem Hund bequeme, angenehme Zuflucht bietet und schnell aufgebaut werden kann.

Dieser Ort ist von nun an sein Köningsthron! Wenn er sich darauf oder darein legt, gibt es Leckerchen, Streicheleinheiten und freundliche Worte. Am Anfang wird der Königsthron aufgebaut, du schickst deinen Hund hin und verwöhnst ihn dort. Mit der Zeit wird er ihn selbst beanspruchen, sobald er die Gelegenheit dazu hat.

Wenn gerade nicht trainiert wird, wird der Königsthron verstaut, so dass dein Hund sich nicht dauerhaft darauflegen kann.

Im nächsten Schritt nehmt ihr den Thron mit an andere Orte: erst andere Zimmer, später ruhige Orte außerhalb eurer Wohnung. Wichtig ist, dass dein Hund an jedem Ort weiß, dass das Schönste, das ihm passieren kann, garantiert auf seinem Thron passiert.

Checkpoint:

Wenn ihr an mindestens 5 verschiedenen Orten klargestellt habt, dass der Thron die persönliche Zuflucht für deinen Hund ist, könnt ihr an einen eurer Problem-Orte gehen.

Testläufe:

Steigert langsam den Stressfaktor eurer Test-Orte. Dabei könnt ihr die einzelnen Orte auch gerne mehrfach zum Üben nutzen. 

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Du solltest immer darauf achten, dass deinem Hund an seinem sicheren Ort nichts zustößt. Neugierige Fremde müssen unbedingt davon abgehalten werden, ihn dort zu stören. Egal, ob sie zwei oder vier Beine haben.

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Geeignet sind Situationen, in denen dein Hund zu viel Energie, aber noch einen Rest Selbstbeherrschung hat.

Ziel:

Dein Hund ist abgelenkt bist die unangenehme Situation vorüber ist. Im Idealfall ist er hinterher auch noch zufriedener als vorher.

Übungsaufbau:

Findet ein Spielzeug, an dem dein Hund gerne zerrt oder einen Snack, den er nur sehr langsam aus deiner Hand nehmen kann, beispielsweise Hunde-Leberwurst in der Tube, die du nur gaaaanz langsam aus der Tube drückst.

Checkpoint:

Der Vorteil dieser Strategie ist, dass sie relativ schnell einsetzbar ist, solange du das richtige Objekt hast, das deinen Hund so richtig beschäftigt.

Der Nachteil ist, dass sie nur eine vorübergehende Ablenkung ist, keine Lösung, wie ihr wirklich mit einer Situation umgehen könnt. Deswegen ist sie nicht für jede Situation geeignet.

Testläufe:

Fangt mit harmlosen Situationen an, die die Aufmerksamkeit deines Hundes erwecken, aber nicht stark binden. Dann könnt ihr euch langsam an schwierigere Situationen heranwagen.

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Wenn ihr mit einer Situation ernste Probleme habt, wird Ablenkung allein nicht viel bringen. In solchen Fällen solltest du dir mit deinem Hund lieber eine andere Strategie aussuchen.

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Alle Außenreize, die deinen Hund verrückt machen, sind geeignet, um sie mit dieser Methode in den Griff zu bekommen.

Ziel:

Dein Hund konzentriert sich ganz darauf, physischen Kontakt zu seinem Konzentrationspunkt (KP) zu halten. Dadurch lässt er den unangenehmen Reiz einfach außer Acht.

Übungsaufbau:

Du versteckst den KP zunächst in deiner Hand und machst deinen Hund richtig neugierig darauf. Euer KP kann eine deiner eigenen Fingerspitzen sein oder das Ende eines Zeigestocks, eines Teleskopstabs, eines Bleistiftes….

Dann lässt du die Spitze des KP aus der Hand herausgucken, so dass dein Hund mit der Nase dagegen stupsen kann. Interessanterweise stupst jeder Hund als erstes gegen das Ding, das in der Hand versteckt war. Probier es aus, auch dein Hund wird nicht widerstehen können!

Wichtig ist, dass dieser allererste Stups direkt von dir belohnt wird. Und zwar mit einem besonders leckeren Leckerchen! (Sonst gibt es für deinen Hund nämlich keinen Grund mehr, ein zweites Mal zu Stupsen, und dann wird es schwierig).

Dann direkt nochmal: Stups + Leckerchen und so weiter…

Das übt ihr ein paar Tage lang in vielen kleinen Einheiten. Immer mal zwischendurch ein paar Übungsminuten, bis dein Hund richtig gerne gegen den KP stupst.

Du solltest dabei immer dasselbe Konzentrations-Wort sagen, zum Beispiel „Wuusa“ oder etwas Ähnliches.

Im nächsten Schritt gibt es das Leckerchen nur, wenn dein Hund einen Moment Kontakt zum KP hält – dabei ziehst du das Konzentrationswort etwas in die Länge.

Im Laufe der nächsten 1-2 Wochen verlängert ihr den Kontakt immer mehr und dein Hund lernt, den Kontakt zu halten, auch wenn du den KP langsam bewegst.

Checkpoint:

Wenn dein Hund in Ruhesituationen sicher den Kontakt zu eurem Konzentrationspunkt halten kann, seid ihr bereit für den ersten Test unter Ablenkung.

Testläufe:

Fangt mit ganz kleinen Ablenkungen an. Wenn dein Hund trotzdem den Kontakt halten kann, käönnt ihr euch höheren Herausforderungen stellen!

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Übt an jedem Ort, an dem der KP eingesetzt werden soll, erst in Ruhe. Wenn die Konzentrations-Übung an einem Ort sicher funktioniert, dann wird sie dort auch unter Ablenkung besser klappen.

Geeignete Situationen, in denen eure Coolness gefragt ist:

Situationen, in denen dein Hund zwar einen Grund hätte, seine Coolness zu verlieren, in denen er sich aber noch unter Kontrolle hat.

Ziel:

Wir setzen Freude und Spaß dem negativen Stress entgegen und schaffen deinem Hund eine sogenennte Save-Szene. Er ist so lange angenehm beschäftigt, bis die Situation vorüber ist.

Übungsaufbau:

Sucht euch eine kleine, aber aktive Turnübung, die deinem Hund richtig Spaß macht. Manchen Hunden genügt schon eine kleine „Sitz-Übung“, andere finden es lustiger mit der Pfote zu tippen, sich umzudrehen, zwischen den Beinen ihres Menschen durchzulaufen oder mit der Nase dem Finger ihres Menschen zu folgen.

Findet eure persönlcihe Lieblings-Übung. Diese wiederholt ihr dann mit tollen Leckerchen und mit richtig gutem Ansporn. Hauptsache, dein Hund hat Freude daran.

Checkpoint:

Erst wenn dein Hund die Übung mit richtiger Begeisterung macht, ist sie geeignet als Save-Szene.

Testläufe:

Stellt euch erst leichten Ablenkungen und steigert euch langsam zu den Starken. 

Tipps für den Start ins richtige Leben:

Erhaltet euch immer Spaß und Begeisterung. So macht die Save Szene richtig Spaß und ihr könnt sie beliebig oft einsetzen.

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