Die Tollpatsch-Fallen

Die Top 3 der Tollpatsch-Fallen

Tollpatsch-Falle Nummer 1: Hinlegen und anstarren

Wer ist ein Typ-1-Tollpatsch?

  • ängstliche Hunde, die wie ein Kaninchen vor der Schlange andere Hunde entsetzt anstarren (diese rollen sich dann oft zur Seite, wenn der Neuankömmling sich nähert)
  • dominante Hunde, die den anderen genau durchscannen (diese schießen dann gerne schnell vor, sobald sie den anderen einschätzen können)
  • Border Collies und einige Verwandte, bei denen es im Hüte- und Kommunikationsverhalten verankert ist

Was verstehen andere Hunde? 

 "Gleich geht's los - jeden Moment stürmt der auf mich los und was passiert dann?!"

Bei deinem Gegenüber steigt der Adrenalinspiegel. Einige machen sich bereit zur Abwehr, andere machen sich bereit zur Flucht. Wenn es gut sozialisierte Hunde sind, verstehen sie rechtzeitig, dass du nichts Schlimmes vorhast. Wenn nicht, kann es Unfälle geben.

Hinweis:

Es ist natürlich nicht sehr nett, wenn andere unsere Ungeschicklichkeiten ausgleichen müssen - deswegen sollten auch ganz friedliche Hunde mit diesem Tick lernen, wie sie bei anderen besser ankommen können ;-) 

Was kann dir helfen, wenn du ein Typ-1-Tollpatsch bist?

Das Einfachste ist ein Hindernis. Ein Sichtschutz, das den Blickkontakt stört. Zum Beispiel kann dein Mensch dir helfen, indem er sich zwischen euch stellt. Ansonsten hilft nur Ablenkung. Meist entsteht eine solche Situation durch Aufregung und Fixierung auf das Geschehen. Wenn das nicht mehr so wichtig ist, zum Beispiel, wenn es Futter, ein Spielzeug oder eine andere Aufgabe gibt, löst sich die Situation manchmal von alleine. Es hilft auch, wenn ihr nicht frontal auf einander zugeht, sondern ein Stück in dieselbe Richtung. Da müssen eure Menschen ein wenig Organisationstalent beweisen.

Tollpatsch-Falle Nummer 2: Hinstürmen

Wer ist ein Typ-2-Tollpatsch? 

  • junge Hunde, die ihre Begeisterung nicht zügeln können oder noch nicht gelernt haben, dass viele Hunde plötzlichen Körperkontakt als unangenehm empfinden
  • Labradore und Verwandte, die ebenfalls voller Begeisterung stecken und sich einfach nicht vorstellen können, dass es anderen Hunden nicht auch so geht
  • andere besonders kontaktfreudige Hunde

Was verstehen andere Hunde? 

"Ahhhhh! Ich werde angegriffen, umgerannt, gleich geschubst,...!"

Schreck und Verteidigungsreflex können zu Unfällen führen, bevor der andere Hund versteht, dass du es nicht böse meinst. Lass anderen Hunden erst einmal etwas Zeit, dich kennenzulernen.

Hinweis:

Nimm auch du dir die Zeit, den anderen einzuschätzen. Wenn du in deinem Tempo übersiehst, dass er viellecht alt ist oder Rückenschmerzen hat, kannst du ihm wirklich weh tun. Auch, wenn du das eigentlich gar nicht willst.

Was kann dir helfen, wenn du ein Typ-2-Tollpatsch bist?

Am besten Ablenkung. Das funktioniert bei einigen von uns gut mit Futter. Eine andere Möglichkeit sind kleine Kunststückchen wie Sitzen oder Pfötchen geben zur Ablenkung. Da wir in solchen Momenten vor Begeisterung nicht immer klar denken können, brauchen wir dabei oft die Hilfe von unseren Menschen (am Anfang vielleicht auch mit der Absicherung durch eine Leine). Das ist keine Schande: Hund und Mensch sind doch ein Team!

Tollpatsch-Falle Nummer 3: Keine Kommunikation

Hierbei ist nicht gemeint, dass du höflich und entspannt stehen bleibst und dich beschnuppern lässt. Hier geht es darum, dass du still stehen bleibst, obwohl dir die Situation unangenehm ist oder du sogar richtig Angst hast und du dem anderen Hund gern sagen würdest, dass du mehr Abstand möchtest.

Wer ist ein Typ-3-Tollpatsch?

  • ängstliche Hunde, die einfach nur still stehen, in die Luft gucken und hoffen, dass der Kontakt schnell vorbeigeht
  • Hunde, die im Umgang mit anderen Hunden unerfahren sind und einfach nicht wissen, was sie tun sollen

Was verstehen andere Hunde?

"..."

Andere Hunde verstehen gar nichts. Sie gehen davon aus, dass du still stehst, weil du mit dem Kontakt einverstanden bist.

Was kann dir helfen, wenn du ein Typ-3-Tollpatsch bist?

Am besten hilft es oft, wenn du einen sozial erfahrenen, entspannten Hundefreund mitnimmst. Der kann den unbekannten Hund etwas ablenken und dir vormachen, wie man entspannt andere kennenlernt.

Auch Ablenkung kann helfen. Wenn du abgelenkt bist, enspannst du dich vielleicht ein wenig. Und wenn der andere Hund abgelenkt ist, ist er nicht so furchtbar auf dich konzentriert. Für die ersten Minuten kann die Suche nach Leckerchen im Gras helfen. Natürlich nur, wenn keiner von euch futterneidisch ist.

 

Was kann dir helfen, wenn du einem Typ-3-Tollpatsch begegnest?

Falls dir ein Hund begegnet, der dir keine gut verständlichen Signale gibt , braucht er vielleicht einfach etwas mehr Zeit, um sich zu entspannen. Oft finden sich dann doch ganz kleine Anzeichen dafür, wie es deiner neuen Bekanntschaft geht.

  • leicht eingezogener Schwanz
  • von vorne bis hinten aufgestelltes Fell
  • zurückgelegte Ohren
  • aufeinander gepresste Lippen
  • zögerliches Lippenlecken